Der Prozess

Ein klarer Rahmen. Viele Möglichkeiten.

Das Design Futures Lab arbeitet mit einem 6-stufigen Basisprozess. Er bildet das Rückgrat jedes Labs – unabhängig vom Thema, der Zielgruppe oder der Dauer.

Dieser Prozess sorgt dafür, dass Offenheit nicht beliebig wird und Spiel nicht ins Unverbindliche kippt.

Gleichzeitig ist der Basisprozess kein starres Schema. Er kann je nach Fragestellung erweitert, vertieft oder punktuell ergänzt werden.

Der Basisprozess ist anschlussfähig. Je nach Fragestellung können zusätzliche Module ergänzt werden, etwa:

  • vertiefende Analyse- oder Recherchephasen

  • zusätzliche Spiel- oder Szenariologiken

  • spezielle Rollen- oder Perspektivsets

  • mehrstufige Prototyping-Schleifen

  • Reflexions- und Transferformate

Die Methoden: gezielt, nicht beliebig

Im Design Futures Lab kommt kein Methodenbaukasten „auf Verdacht“ zum Einsatz. Stattdessen greifen wir auf über 20 erprobte Methoden zurück, die jeweils einen klaren Zweck im Prozess erfüllen – zum Beispiel:

  • Perspektivwechsel erzwingen

  • implizite Regeln sichtbar machen

  • Konflikte und Machtverhältnisse offenlegen

  • systemische Nebenfolgen durchspielen

  • Kipppunkte und Ausnahmesituationen testen

  • Schutzmechanismen entwerfen

  • Entscheidungen erfahrbar machen

Die Methoden wurden inspiriert u. a. aus:

Speculative Design, Game Thinking & Rollenspiel, Systemischem Denken, Design Fiction, Partizipativem Prototyping u.a.m.

Handbook

Was im Design Futures Lab Handbook steckt?

Das Design Futures Lab Handbook ist ein Arbeits- und Denkwerkzeug für Menschen, die komplexe Zukunftsprozesse gestalten, moderieren oder verantworten.

Es bündelt Theorie, Praxis und Haltung des Design Futures Lab – nicht als Baukasten, sondern als strukturierte Orientierung in offenen Prozessen.

1. Haltung & Grundannahmen

Das Handbook macht transparent, von welchem Zukunftsverständnis das DFL ausgeht, warum Prognosen hier keine zentrale Rolle spielen, weshalb Spiel, Spekulation und Regelarbeit ernsthafte Werkzeuge sind und wo die Grenzen von Steuerung, Moderation und Intervention liegen.

Es klärt, warum der Prozess so aufgebaut ist, nicht nur, wie er funktioniert.

2. Der 6-stufige Basisprozess – im Detail

Das Handbook beschreibt den vollständigen DFL-Basisprozess:

  • Logik und Ziel jeder Phase

  • typische Dynamiken und Kipppunkte

  • häufige Missverständnisse

  • Hinweise zur Übergabe zwischen den Phasen

  • Fragen, die sich Facilitator:innen in jeder Phase stellen sollten

Der Prozess wird nicht als lineare Abfolge verstanden, sondern als robuster Rahmen, der situativ angepasst werden kann.

3. Methodenübersicht (22 Methoden)

Das Handbook enthält eine systematische Übersicht aller Methoden, u. a.:

  • für Setzungen & Regelarbeit

  • für Perspektivwechsel und Rollenlogiken

  • für Konsequenz- und Nebenfolgenanalyse

  • für Störungen, Regelbrüche und Grenztests

  • für Fail-Safe-Design und Schutzmechanismen

  • für Prototyping, Übersetzung und Transfer

Zu jeder Methode wird erläutert:

  • wofür sie geeignet ist

  • in welcher Prozessphase sie Sinn macht

  • welche Wirkung sie entfalten kann

  • welche Risiken oder Nebenwirkungen sie hat

4. Modularität & Erweiterungen

Ein eigener Teil widmet sich der Frage, wie der Basisprozess sinnvoll erweitert werden kann:

  • zusätzliche Analyse- oder Recherchephasen

  • vertiefende Spiel- oder Szenariomodule

  • mehrstufige Lab-Formate

  • iterative Schleifen über längere Zeiträume

Dabei geht es nicht um „mehr Methode“, sondern um passende Tiefe zur Fragestellung.

5. Facilitation als Praxis

Das Handbook behandelt Facilitation nicht als Technik, sondern als verantwortungsvolle Praxis.

Es thematisiert u. a.:

  • die Rolle der Facilitator:innen im DFL

  • typische Spannungsfelder (Steuerung vs. Offenheit)

  • Umgang mit Unsicherheit, Widerstand und Konflikt

  • Entscheidungsmomente im Prozess

  • bewusste Interventionen – und bewusstes Nicht-Eingreifen

6. Erfahrungswissen & Reflexion

  • Ergänzt wird das Handbook durch:

  • Reflexionen aus der Praxis

  • typische Muster, die in Labs auftreten

  • Hinweise zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung

  • Fragen zur Selbstreflexion für Facilitator:innen

  • Praxiseinblicke , nicht als Best Practice, sondern als geteiltes Erfahrungswissen.

7. Wofür das Handbook gedacht ist

Das Handbook unterstützt dabei, DFL-Prozesse sicher zu planen und zu halten, Methoden bewusst einzusetzen, Entscheidungen besser vorzubereiten, Unsicherheit produktiv zu nutzen, Verantwortung im Prozess nicht auszulagern.

Es richtet sich an Menschen, die Zukunft nicht nur entwerfen, sondern verantwortungsvoll bearbeiten wollen.